Kopf Kreuzbund

Alkoholsucht

Was ist Alkoholsucht ?

Unter Alkoholsucht versteht man eine krankhafte, zwanghafte Abhängigkeit von Alkohol; das Verlangen nach einer ständig erneuten Einnahme dieses Stoffes, um ein bestimmtes Lustgefühl zu erreichen oder Unlustgefühle zu vermeiden. Dieser Zustand tritt nach einer längeren Phase der Gewöhnung ein, wenn regelmäßiger oder dauernder Konsum zu einer physischen und/oder psychischen Abhängigkeit geführt hat.

Wie entsteht Sucht?

Warum wird ein junger Mensch drogenabhängig? Warum wird ein Familienvater Alkoholiker? Warum ist die Nachbarin tablettenabhängig? Warum raucht die Freundin, obwohl sie sich der Gefahren bewusst ist?

Die Antworten auf diese Fragen sehen immer wieder anders aus.

Sucht hat nie eine einzige Ursache, sondern entsteht aus einem komplexen Ursachengefüge, in einem Prozess und nicht von heute auf morgen.

Wurzeln können in der Persönlichkeit des Betroffenen liegen, wenn er nicht gelernt hat, schwierige Situationen zu bewältigen, wenn er sich nicht dagegen wehren kann, von Gefühlen wie Angst, Wut, Scham, Langeweile, Einsamkeit erdrückt zu werden.

Wurzeln können aber auch im sozialen Umfeld liegen, in Kindheitserfahrungen oder in Ereignissen, die bedrohlich und ausweglos erscheinen, wie Trennung von einer geliebten Person, Verlust des Arbeitsplatzes, Geldnot, Schulprobleme, Schwierigkeiten in der Familie.

Das Zusammentreffen mehrerer belastender Faktoren kann den Einstieg in den Drogenkonsum begünstigen. Dabei spielt natürlich auch die Verfügbarkeit der Droge eine Rolle. Und die Droge Alkohol lässt sich leicht überall legal beschaffen.

Hat man in einer schwierigen Situation einmal die Erfahrung gemacht, daß durch Alkohol schlechte Gefühle abgestellt und gute Gefühle hervorgerufen werden, ist die Gefahr groß, immer wieder zu diesem Mittel zu greifen, sich "per Knopfdruck" Erleichterung zu verschaffen, bis ein Wohlbefinden ohne diese Hilfe nicht mehr möglich ist.

Aber auch Leichtfertigkeit im Umgang mit Alkohol, Selbstüberschätzung ("...ich kann schon damit umgehen, ich werde schon nicht abhängig...") sind oft der Einstieg in eine Suchtkarriere.

Ein Teufelskreis beginnt:

Der Wunsch nach Hochgefühl, Entlastung, Erleichterung, Flucht wird mit Hilfe von Alkohol befriedigt, das Verlangen danach wird größer, die Trinkmenge wird gesteigert.

Schuldgefühle entstehen; man versucht sich zu rechtfertigen, sich selbst und andere zu täuschen, zu vertuschen; Vorsätze und Versprechungen werden nicht eingehalten; die Familie und Freunde werden belogen, bestohlen; das Suchtmittel wird Dreh- und Angelpunkt des Lebens. Die Sucht hat die ursprünglichen Probleme überlagert und neue geschaffen, die dem Betroffenen unüberwindlich scheinen.

Aufhören ist möglich:

Der Ausstieg aus der Abhängigkeit beginnt mit der Einsicht: "Ich bin süchtig, so kann ich nicht weitermachen, der Preis ist zu hoch."

Der Wunsch aufzuhören ist in der Regel begleitet von der Suche nach Hilfen beim Entwickeln von Alternativen, beim Lernen und ausprobieren neuer Verhaltensweisen und Einstellungen.

Eine Suchtberatungsstelle oder Selbsthilfegruppe kann jetzt sachkundige Unterstützung bieten.